Siamesische Kampffische nehmen in der Aquaristik eine Sonderrolle ein. Es gibt mittlerweile unzählige Farb- und Flossenformen, die sich in ihrer Extravaganz überbieten. Typischerweise sollte die Männchen von Betta splendens nicht zusammen in einem Aquarium gehalten werden, da sie sich sonst bis zum Tod bekämpfen würden, wenn nicht genügend Fluchtmöglichkeiten bestehen. Bettas sind Labyrinthfische, das bedeutet sie können auch atmosphärischen Sauerstoff aufnehmen. In der Natur können sie dadurch auch in sehr warmen und sauerstoffarmen Gewässern überleben.
Haltung im Aquarium
Der Siamesische Kampffisch (Betta splendens) erreicht etwa 5 bis 7 cm Körperlänge und ist besonders für die intensive Färbung und die zahlreichen Zuchtformen der Männchen bekannt. Ausgewachsene Männchen sind untereinander stark territorial und sollten nicht gemeinsam gehalten werden. Für ein einzelnes Tier eignet sich ein gut bepflanztes Aquarium ab etwa 30 Litern mit geringer Strömung. Dichte Pflanzenbestände, Schwimmpflanzen und Wurzeln bieten Deckung und Ruheplätze. Geeignet sind Temperaturen von etwa 24 bis 28 °C, ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 sowie weiches bis mittelhartes Wasser. Als Labyrinthfisch atmet Betta splendens zusätzlich atmosphärische Luft. Das Aquarium sollte deshalb abgedeckt sein, damit über der Wasseroberfläche eine warme und feuchte Luftschicht erhalten bleibt.
Ernährung
Der Siamesische Kampffisch ernährt sich überwiegend von tierischer Nahrung. Als Grundfutter eignen sich hochwertige proteinreiche Granulate für Kampffische. Ergänzend sollten regelmäßig kleine Lebend- und Frostfuttersorten wie Artemia, Cyclops, Daphnien und Mückenlarven angeboten werden. Mehrere kleine beziehungsweise sparsame Futtergaben sind großen Portionen vorzuziehen, da Kampffische schnell überfüttert werden können. Eine abwechslungsreiche Ernährung unterstützt Kondition, Farbenpracht und Fortpflanzungsbereitschaft.
Zucht
Betta splendens ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen errichtet an der Wasseroberfläche ein Nest aus Luftblasen, häufig unter Schwimmpflanzen oder größeren Blättern. Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen und bringt die abgegebenen Eier anschließend in das Schaumnest. Danach übernimmt das Männchen die Bewachung und Pflege des Geleges. Das Weibchen wird nach dem Ablaichen normalerweise aus dem Zuchtbecken entfernt. Sobald die Jungfische frei schwimmen, sollte auch das Männchen separiert werden. Die sehr kleinen Jungfische benötigen zunächst Infusorien oder anderes feinstes Lebendfutter und können später mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien ernährt werden. Während sich das Labyrinthorgan der Jungfische entwickelt, ist eine warme und feuchte Luftschicht über der Wasseroberfläche besonders wichtig.