Der Schwarzlinien-Harnischwels L190 (Panaque nigrolineatus) ist ein großer Harnischwels aus dem Orinoco-Einzugsgebiet in Südamerika. Charakteristisch sind die dunklen Längslinien und der kräftige Körperbau. Ausgewachsene Tiere können etwa 40 bis 45 cm Körperlänge erreichen und benötigen entsprechend viel Platz.
Haltung im Aquarium
Für ein adultes Tier empfiehlt sich ein Aquarium ab etwa 150 cm Kantenlänge, besser deutlich größer. Große Wurzeln sind bei dieser Art besonders wichtig, da Holz intensiv abgeraspelt wird und einen wesentlichen Bestandteil der natürlichen Nahrungsaufnahme darstellt. Zusätzlich sollten robuste Steinaufbauten und ausreichend große Verstecke vorhanden sein. Geeignet sind Temperaturen von etwa 25 bis 30 °C, ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 sowie weiches bis mittelhartes Wasser. Aufgrund der Größe, der starken Verdauungstätigkeit und der großen Mengen an Holzfasern und Kot sind eine leistungsfähige Filterung, gute Sauerstoffversorgung und regelmäßige großzügige Wasserwechsel unverzichtbar.
Ernährung
L190 ernährt sich überwiegend pflanzlich und nimmt große Mengen Aufwuchs und Holzfasern auf. Im Aquarium müssen daher ständig geeignete Wurzeln zum Abraspeln vorhanden sein. Ergänzend eignen sich pflanzliche Welsfuttertabletten, Spirulina-Futter und Gemüse wie Zucchini, Kürbis oder Gurke. Auch andere ballaststoffreiche pflanzliche Futtermittel können angeboten werden. Tierische Nahrung sollte nur einen kleinen Teil der Ernährung ausmachen und sparsam verfüttert werden. Eine überwiegend pflanzliche, rohfaserreiche Ernährung entspricht den Bedürfnissen dieser Art deutlich besser als eine proteinreiche Welsfütterung.
Zucht
Die Nachzucht von Panaque nigrolineatus ist im Aquarium ausgesprochen schwierig und wird nur selten dokumentiert. Wie andere Vertreter der Gattung handelt es sich um einen Höhlenbrüter. Aufgrund der enormen Endgröße benötigen geschlechtsreife Tiere sehr große Aquarien und entsprechend dimensionierte Höhlen. Das Männchen übernimmt nach der Eiablage die Bewachung und Pflege des Geleges.
Für eine erfolgreiche Nachzucht sind sehr gute Wasserbedingungen, kräftige Strömung, sauerstoffreiches Wasser und gut konditionierte Zuchttiere entscheidend. Größere Wasserwechsel und Veränderungen von Strömung und Wasserparametern können saisonale Bedingungen simulieren und möglicherweise die Fortpflanzungsbereitschaft fördern. Jungtiere benötigen nach dem Aufbrauchen des Dottersacks geeignete pflanzliche Nahrung, Biofilm und weiches Holz zum Abraspeln. Aufgrund des hohen Platzbedarfs ausgewachsener Tiere ist die gezielte Zucht vor allem für entsprechend ausgestattete Halter geeignet.