Caridina multidentata, die Amano-Garnele, wurde nach dem Begründer der Naturaquaristik (Takashi Amano) benannt und gehört zur Familie der Atyidae. Amano besetzte seine traumhaften Pflanzenaquarien mit diesen Garnelen. Bis heute sind diese Tiere ein fester Bestandteil als Cleaning Crew in einem Aquascape, da sie sehr effektive Algenfresser sind.
Außerdem sind sie sehr robust und recht anspruchslos und flexibel, was die Parameter des Aquarienwassers angeht. Auch wenn ihr eher unauffälliges Äußeres sicherlich keinen Blumentopf gewinnt, so sind sie doch als natürliche Algenbekämpfung, Putztruppe und Resteverwerter ein wichtiger Bestandteil im ökologischen System eines Aquariums. Die Weibchen der Amano-Garnele werden deutlich größer als die Männchen (4 cm) und können ab und an Eier in ihrer Bauchtasche tragen. Die Larven können sich jedoch in Süßwasser nicht entwickeln, da hierfür Brackwasser benötigt wird. Folglich ist die Nachzucht in einem normalen Aquarium äußerst unwahrscheinlich.
Kamen die ersten Garnelen zu Beginn der 1990-er Jahre noch aus Japan, sind unsere heute in den Zoohandlungen erhältlichen Tiere Importe aus Taiwan oder Nachzuchten aus Israel. Meistens wird die Amano-Garnele als Algenkontrolleur im Aquarium eingesetzt, aber trotz allem sollten die Aquarienverhältnisse und Wasserparameter auf die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt sein.
Aquarium-Haltung
Aufgrund ihrer Robustheit ist die Haltung von Amanogarnelen bei unterschiedlichen Wasserwerten problemlos und für Anfänger gut geeignet. Das Aquarium kann gerne dicht bepflanzt und gut mit Holz strukturiert sein. Besonders in Gesellschaftsbecken sind Versteckplätze zur Häutung wichtig. Tonhöhlen, Moose und eine dichte Bepflanzung ist für die Beckengestaltung vorteilhaft. Als Wasserhärte ist ein weiche bis maximal mittelharte Gesamthärte vorzuziehen, die Temperatur darf etwa 20 - 25 °C betragen, wobei auch tiefere Temperaturen bis zu 16 °C ohne Probleme vertragen werden (in Japan leben die Tiere in sehr kalten Gewässern, teilweise gibt es dort sogar Schnee im Winter).
Da aber unsere Garnelen im Handel meistens aus dem subtropischen Taiwan stammen, sollte die Temperatur über 20 °C sein, aber auch nicht über 25 °C. Wichtig ist eine dicht schließende Aquarienabdeckung, denn besonders in der Nacht neigen die Garnelen zum Herausklettern. Eine Vergesellschaftung ist mit kleinen Salmlern, Rasbora oder ähnlichen Fischen, sowie Harnischwelsen möglich. Größere Tiere vertragen sich mit nicht zu räuberischen größeren Fischarten. Einige Kunden halten Amanogarnelen gemeinsam mit Diskus oder Skalaren.
Ernährung
Grundsätzlich ist die Amano-Garnele ein Vegetarier, das heißt, wir füttern sie mit Garnelentabletten, Pellets oder mit Zucchini-Scheiben. Als Ergänzungsfutter gibt es im Handel auch getrocknete Maulbeer- oder Katappa-Blätter. Je älter die Garnele wird, umso stärker wird ihr Bedürfnis nach tierischer Kost. Das bedeutet, wir sollten einmal pro Woche auch zusätzlich gefrorene Roten Mückenlarven verfüttern. Fehlt das tierische Eiweiß, kann es zu Verlusten bei kleineren Aquarienmitbewohnern kommen. Generell ist eine Futterpause von ein oder zwei Tagen pro Woche ratsam.
In der Natur finden die Tiere auch nicht immer etwas zu fressen und das Wasser wird weniger belastet. Die Amano-Garnele ist eine friedliche Garnele, eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist aber meistens problematisch, da die Amano-Garnelen sehr viel größer werden und die Zwerggarnelen schnell dominieren, sodass dann von einer Vergesellschaftung eher abgeraten werden muss.
Zucht
Obwohl sie sich im Süßwasser-Aquarium nicht vermehren, gleichen sie das durch die hohe Lebenserwartung von circa 5 - 6 Jahren aus. Eine Aufzucht ist nur für fortgeschrittene Aquarianer zu empfehlen. Die Amanogarnele entlässt Larven, die zur erfolgreichen Zucht Brackwasser und spezielle Nahrung wie zum Beispiel Liquizell benötigen. Der Nachwuchs schwimmt in der Natur wieder zurück in Süßwasser. Der Aquarianer senkt also im Laufe der Wachstumsphase den Salzgehalt. Von den 2000 Larven kommen bei richtiger Pflege einige Jungtiere durch, während es der Großteil leider nicht schafft. Wegen dem großen Aufwand werden fast ausschließlich Wildfänge angeboten.