Neben den Aquarienfischen sollten auch Wirbellose wie Schnecken, Krebse und Garnelen in einem Aquarium nicht fehlen und stellen hier eine hervorragend Bereicherung dar. Gerade im Bereich der Nano Aquaristik sind vor allem Zwerggarnelen wie Bienengarnelen (Red Bees), Tigergarnelen oder Bloody Mary nicht mehr wegzudenken. Die sehr farbenfrohen und wuseligen Krabbler sind seitdem ein fester Bestandteil in der Aquaristik geworden und bieten eine sehr breite Palette an verschiedenen Färbungen und Musterungen.

Allen voran sind die robusten Zwerggarnelen der Gattung Neocaridina sehr beliebt und bieten unter den Namen wie Red Fire und Yellow Fire, Sakura, Blue Dream oder White Pearl eine großartige Farbenvielfalt. Zudem sind diese Garnelen recht anpassungsfähig und daher auch für Einsteiger in die Garnelenhaltung äußerst interessant.

Bienengarnelen sind typische Weichwassergarnelen, die Wasser mit einem niedrigen pH-Wert und einer geringen Härte bevorzugen. Bei Caridina logemanni treten neben Farben auch die Musterungen mehr in den Fokus des Garnelenzüchters. Die typischen Ringelmuster und Streifen werden hierbei in verschiedene Grade unterteilt. Sehr markant sind die bekannten rot-weißen der sogenannten Red Bees, die an die Farbgebung eines Leuchtturmes erinnern.

Die kontrastreichen Streifen in unterschiedlichen Farben sind auch das Hauptmerkmal von Hummelgarnelen (Caridina breviata). Diese Zwerggarnelen sind etwas seltener im Handel vertreten, aber nicht weniger hübsch als andere Caridina-Arten und mit nur rund 2 bis 3 cm Endgröße eine wirklich klein bleibende Garnele.

Caridina multidentata, die sogenannte Amano-Garnele, wurde seit einiger Zeit von dem Begründer Naturaquaristik und des Aquascapings, dem japanischen Naturfotografen Takashi Amano, in die Aquaristik eingeführt. Zwar ist ihr Äußeres mit einem eher unauffälligen transparenten Körper eher schmucklos, umso größer ist in einem Aquarium jedoch ihre biologische Bedeutung. Als Restevertilger und vor allem als Algenfresser besetzen die Amano-Garnelen eine wichtige Nische und sorgen so auf ganz natürliche Art und Weise als fleißige Putzer für eine gewisse Sauberkeit im Aquarium. Mit unglaublicher Beständigkeit werden hier Algenaufwuchs, Futterreste und abgestorbenes Pflanzenmaterial abgeweidet und verwertet.

Da sich Caridina multidentata auch nur in Brackwasser unter komplizierten Umständen vermehren kann, bleibt die Population dieser Garnelenart beständig. Ein Muss für jedes Aquarium!

Tigergarnelen (Caridina mariae) bestechen durch ihre markante Musterung in Form von filigranen Streifen, aber auch intensiven Farben. Wer schon mal das tiefe Dunkelblau einer Deep Blue Tigergarnele gesehen hat, weiß, wovon wir hier reden. Besonders auffällig sind außerdem die Varianten OE (dies steht für Orange Eye) mit den hellen Augen, die vor allem zu einer dunklen Körperfärbung eindrucksvolle Kontraste bilden.

Die sogenannten Taiwaner oder Taiwan Bees sind als Hochzuchtgarnelen die absolute Premiumklasse unter den Zwerggarnelen für ein Aquarium. Ursprünglich soll es sich hierbei um eine Kreuzung zwischen Bienengarnelen und Tigergarnelen handeln. In punkto Optik werden hier viele Vorteile vereint: besonders intensive Farben, teilweise auch zweischichtig, sowie knackige und extravagante Muster. Dabei untermauern dann hervorstechende Trivialnamen wie Panda Bee, Pinto, King Kong, Red Ruby oder Green Hulk die wahre Farbenpracht dieser Wirbellosen. Taiwan Bees, auch Shadow Bees genannt, zählen zurzeit daher zu den beliebtesten Garnelen in der Aquaristik, sind aber sicherlich keine Anfängertiere. Ein ambitionierter Garnelenzüchter wird eine wahre Freude an diesen Tieren haben!

Neben den beliebten Zwerggarnelen zählen auch die Wasserschnecken zu den Wirbellosen, die in ein Aquarium eingesetzt werden können. Aquarienschnecken gibt es in vielen verschiedenen Arten, Farben und unterschiedlicher Gestalt. Zudem sind sie recht genügsam in der Haltung und bereichern jedes Aquarium auf eine vielfältige Weise. Ihre Ansprüche an die Einrichtung und die Wasserwerte des Aquariums sind eher gering. Der Grundbaustein für das Wachstum der Schneckenhäuser ist allerdings Kalk. Von daher sollte man lediglich darauf achten, dass das Wasser im Aquarium nicht zu weich und sauer ist, damit keine Gehäuseschäden entstehen können.

Vor allem die sogenannten Posthornschnecken (PHS) haben es den Aquarianern angetan. Ihr Schneckenhaus ist sehr markant und unverkennbar in der Form eines Posthornes, außerdem stehen hier viele auffällige und bunte Farben zur Verfügung wie etwa rosa oder blau.

Sogenannte Turmdeckelschnecken haben ein sehr zugespitztes Schneckenhaus, das sie mit einem Deckel verschließen können, um sich vor Feinden zu schützen. In der Aquaristik werden hauptsächlich Arten aus Asien oder Afrika eingesetzt. Diese Schneckenarten bevölkern in erster Linie den Bodengrund eines Aquariums, welcher unermüdlich durchpflügt und nach Nahrung abgesucht wird. Dies hat den Vorteil, dass der Boden somit auf natürliche Weise sauber gehalten und von Futterresten und Mulm befreit wird. Durch die Bewegungen der Turmdeckelschnecken wird das Substrat stetig aufgelockert, folglich fördert dies die Prozesse im Bodengrund und beugt Fäulnisstellen vor.

Viele der Wasserschnecken für ein Aquarium sind, gute Bedingungen vorausgesetzt, recht vermehrungsfreudig. Für die einen ist dies ein wahrer Grund zur Freude über den süßen Schneckennachwuchs, für andere hingegen besteht die Angst vor einer Schneckenplage. Diese ist eine explosionsartige Vermehrung der Schneckenpopulation, die manche dann als störend empfinden. Nicht zwingend lässt sich daraus eine Gefahr für das Aquarium ableiten und somit kein Grund, um Schnecken eher als lästiges Übel und Schädlinge zu deklarieren.

Vor allem haben Schnecken im Aquarium eine wichtige biologische Aufgabe, sind sie doch hervorragende Restevertilger und Algenfresser. Sie ernähren sich von liegen gebliebenen Futterrückständen, abgestorbenen Pflanzen und weiden sämtliche Oberflächen im Aquarium nach Nahrung in Form von Biofilmen ab. Einige Schneckenarten sind hierbei als algenfressende Tiere für Aquarien besonders effizient. Hierzu zählen vor allem die sogenannten Geweihschnecken (Clithon sp.) und Rennschnecken (Neritina und Vittina). Mit ihren Raspelzungen werden unermüdlich Kiesalgen, grüne Algenbeläge und selbst hartnäckige Punktalgen beseitigt. Somit helfen diese Tiere auf natürliche Weise, vor allem Wurzeln, Steine und die Aquarienscheiben sauber zu halten. Eine unkontrollierte Ausbreitung dieser Schnecken ist zudem nicht möglich, da diese Arten zwar ab und an ihre Ei Kokons ablegen, sich daraus aber keine Jungschnecken entwickeln können. Hierfür ist, wie in der Natur, Brackwasser notwendig. Diese Bedingungen sind in einem typischen Süßwasseraquarium nicht gegeben.
Geweihschnecken und Rennschnecken bieten neben ihrer nützlichen Funktion als Algenfresser auch einiges an toller Optik: Hier sind mehrfarbige, geringelte Muster und Streifen, bis hin zu filigranen Ornamenten auf den Schneckengehäusen eine wahre Farbenpracht, die ihresgleichen sucht.

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